1000km Hockenheim
Das Rennen haben Andy und ich mit dem serienmässigen Presse-Motorrad von Suzuki gefahren. 8 Uhr morgens ging es für uns ungewohnt früh bei bestem Wetter los. Gegen mittag begann es dann allerdings zu regnen.
Wir wussten am Anfang eigentlich gar nicht, wie das so abläuft. Also war unsere Taktik, immer den Tank vollzumachen, so lange zu fahren, bis er wieder leer war und dann zu tauschen.
Dann gab es auch noch eine Zeitvorgabe, wie lange man für die ca. 950km brauchen durfte. Normalerweise heisst es bei uns ja, so schnell wie möglich zu fahren, aber hier in Hockenheim galt das anscheinend nicht. So ging es halt weiter und wir spulten km um km ab. Andy hat sogar mal eine Verwarnung bekommen wegen »frechem fahren«. Für mich war das auch nicht immer einfach, da einige wirklich im Weg standen. Es waren ungefähr 150 Motorräder auf der Strecke. Das ist wirklich viel und es kann sehr eng werden, wenn Du mit 300km/h ankommst und da steht einer in der nächsten Ecke nur rum.
Laut Veranstalter sollten wir 203 Runden fahren. Mit Einsetzen des Regens haben sie es auf 185 Runden verkürzt.
Kurz vor dem Regen führten wir mit 10 Runden Vorsprung, was bei der langen Prüfung ja noch nichts heissen muss. Beim letzten Turn haben wir gepokert und 3 Runden vor Schluss neue Reifen aufgezogen. Als ich den Turn im Regen mit Serienreifen zu Ende fahren musste, dachte ich mir, dass es die längsten Runden meiner Karriere waren, denn ich bin im Nassen nur gerutscht und durfte das Ding auf keinen Fall wegwerfen.
Nach der Dauerprüfung ging es zu den Sprintrennen. Wir waren als letzte dran und da es nicht mehr regnete, hofften wir, dass es etwas auftrocknen würde. Als es dann soweit war, war von der Ideallinie nur ein kleiner Streifen trocken.
Andy übernahm wieder den Start. Gestartet wurde im LeMans-Stil. Andy übergab mir in der 7. von 14 Runden als zweiter und dann musste ich los. Am Ende hatten wir dann 20sec Vorsprung.
Hockenheim hat uns sehr viel Freude gemacht und ich glaube, dass man bei keiner anderen Veranstalltung so viel zum Fahren kommt, wie bei dieser. Ich muss aber auch sagen, dass es für alle Teilnehmer spätestens mit Einsetzen des Regens ein harter Tag war. Und obwohl nicht alle das Ziel gesehen haben, herrschte grosse Zufriedenheit, bei »30 Jahre 1000km Hockenheim« dabei gewesen zu sein.
»Ergebnisliste«
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