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    2. IDM-Lauf Oschersleben

    o-Leben ist nicht gerade die Rennstrecke, wo ich mich wohlfühle. Aber ich bin optimistisch angereist, denn Hockenheim hat gezeigt, dass wir mit von der Musik sind, wenn alles passt.

    FotoLeider hat uns vor dem ersten freien Training niemand gesagt, dass sie wegen der DTM einige Änderungen an der Strecke vorgenommen haben und ich war einer von den Piloten, die diese Änderungen dann selbst zu spüren bekommen haben. Wegen den Autos wurde nach den Körps Kunstrasen verlegt und der ist für uns Motorradfahrer bei Nässe eben tödlich. Da es nachts in Strömen geregnet hatte, war der Teppich voller Wasser. Ich bin schon in Runde fünf des ersten freien Trainings ausgangs der Shell-Schikane abgeflogen und das nicht langsam. Das Motorrad rutschte bis in die nächste Kurve und blieb am Rand in der Anbremszone in der Wiese liegen. Als ich aufstehen wollte, rang ich erst mal nach Luft da meine Rippen schon angeknackst waren. Sobald es einigermassen wieder ging, versuchte ich, mich so schnell wie möglich von der Strecke zu entfernen und mich bei den Streckenposten zu postieren. Gleich forderte ich sie auf, das Motorrad da wegzubringen, denn es lag genau in der Sturzzone. Aber sie sagten mir ganz trocken, das Racecontrol hätte entschieden, das wäre ok so. Ich war ausser mir, denn so etwas konnte und wollte ich nicht akzeptieren, weil es einfach sau gefährlich für die anderen war. Und was soll das für ein Training sein, wenn ab der fünften Runde nur Gelbe Flaggen geschwenkt werden. Foto Es dauerte keine fünf Runden - mein Motorrad lag immernoch genau so da - da kam schon der nächste genau mit so einem Horrorspeed angeflogen. Zum Glück ist er nur einen halben Meter an meinem Motorrad vorbeigeflogen. Nach diesem Ereignis war aber Schluss, denn Kaufmann ist an einem anderen Streckenabschnitt böse abgeflogen. Jetzt war endlich ROT. Mein Teamkollege ist sogar an die Box gefahren und hat gesagt, man könne überhaupt nicht mehr fahren, da über die ganze Strecke Motorräder verstreut wären.
    Als dann der Lumpensammler kam, um uns aufzuladen, merkte ich schon, dass etwas mit meinen Rippen nicht stimmte. Aber ich biss mir auf die Zähne und fuhr zurück in die Box. Als der Puls etwas normaler wurde, merkte ich, wie es bei einigen Bewegungen in meiner Brust krachte. Kurz darauf befand ich mich im Kankenhaus mit der Diagnose: zwei gebrochene Rippen (Rippe 5+6). Vor der Anreise hatte ich schon zwei gebrochene Rippen (Rippe 7+8). Jetzt hatte ich halt 4 gebrochene Rippen und starke Schmerzen.
    Auf der Rückfahrt ins Fahrerlager ging mir schon durch den Kopf, dass das dieses Wochenende wohl nichts wird. Kaum angekommen hatte ich eine kleine Besprechung mit meinem Teamchef. Wir waren uns einig: zwar sollten meine Jungs die Abnahme machen, aber wenn ich am nächsten Tag dann doch zu grosse Schmerzen hätte, könnte ich immer noch aufhöhren.

    Das erste Zeittraining war Poker hoch drei. Das Wetter war nass und kalt. Und ich kannte die neuen Regenreifen von Michelin nicht. Obwohl mir Regen immer gut lag, war meine Angst, dass, wenn ich noch mal stürzen würde, ich den Rest der Saison zu Hause bleiben könnte. Mit den Reifen hatte ich Probleme und es war nicht so, wie ich es gern gehabt hätte. In den letzten 10 Minuten des Trainings trocknete es auf und ein 10-15cm breiter Streifen liess Slicks zu. Das traute ich mich aber nicht. Also war ich im ersten Training nur 16. Natürlich war ich nicht zufrieden. Die Strategie für das 2. Training war klar: einen weichen Reifen aufziehen und gleich eine super Zeit hinknallen, denn man wusste nicht, ob es gleich regnen würde. Als es losging, war ich nicht der einzige mit dieser Strategie, aber es war auch schon wieder vorbei, denn es begann zu regnen.

    IDM-Ergebnisseiten [Training]

    Wenn ich ehrlich bin, war das das schlechteste Wochenende seit ich fahre. Da wir keine Daten für Trocken oder Nass hatten, wusste ich auch nicht, ob ich für das Rennen aufgeregt sein sollte oder nicht.

    Am Renntag war es dann trocken, aber sehr windig. Und ich war gut drauf. Natürlich wusste ich nicht, wie ich es einschätzen sollte. An dieser Stelle danke ich meinem Team, die gute Arbeit gemacht haben; vor allem meinem Freund und Fahrwerksmann Matthias und natürlich auch dem Mann, der mich das ganze Wochenende wieder einigermassen fit gemacht hat: meinem Physiotherapeuten Otmar. Als das Rennen losging, musste ich als 16ter aus der 4. Reihe starten. Der Start war wie immer gut. Nach der ersten Runde lag ich auf 9 mit Sicht auf die Spitze. Bis zur 15. Runde habe ich mich an die Spitze des Pulks hinter Teuchert vorgekämpft, der auf 5 lag. Noch ein zwei Runden und ich wäre auch an ihm vorbei. Aber dann ist es passiert. Ich bin auf einen Überrundeten aufgelaufen und kam eine halbe Runde lang nicht vorbei, da niemand eine blaue Flagge gezeigt hat. Als ich dann endlich vorbei wollte, haben mich die anderen überrascht und fünf Mann sind auf einmal vorbeigegangen. Oh Mann! Kurz vor Schluss hatte ich sogar die schnellste Rennrunde; am Ende war es dann die 3. schnellste. Platz 11 war das Ergebnis.

    IDM-Ergebnisseiten [1.Rennen]

    Foto In Runde 2 war der Start sogar noch besser und ich lag näher an der Spitze. Ich bin bei einem brutal starken Wind konstant tiefe 30er Zeiten gefahren. Meine Strategie war ruhig bleiben und anschauen, was die anderen machen. Es war so weit. Langsam wollte ich angeifen; schön einen nach dem andern natürlich - wie weit ich halt komme. Dann ist es aber passiert. In der 13. Runde eingangs der Zielkurve ist mir das Vorderrad eingeklappt und aus war es. So ein Mist.

    Nach dem Rennen haben wir dann im data-recorder nachgeschaut, denn von mir aus bin ich kein unnötiges Risiko eingegangen, was sich auch laut Rundenzeiten bestätigt hat. Ich glaube, ich hatte einfach etwas zu viel Schräglage.

    IDM-Ergebnisseiten [2.Rennen]

    Alles in allem war es für mich trotzdem ein positives Wochenende und das Wichtigste ist: ich habe wieder Spass am Fahren.

    Euer Markus #54



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